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Wie treffen wir politische Entscheidungen, hinter denen alle stehen können?

Trotz individueller Bedürfnisse schaffen wir es, eine Gemeinschaft zu sein. Aber was ist, wenn Konflikte nicht mehr durch Kompromisse oder Rücksichtnahme gelöst werden können? Die Betzavta-Methode kann helfen.

Gemeinschaft Demokratie Betzavta

Jede*r hat Bedürfnisse. Aber wie bekommen wir alle unter einen Hut? Foto: Fred Moon / Unsplash.com | CC0

Die Woche war so richtig stressig, du sehnst dich nach Ruhe. Deine WG-Mitbewohner*innen feiern aber in der Küche den Beginn des Wochenendes. Klar, du gönnst ihnen den Spaß, aber es ist einfach zu laut – also beschwerst du dich. Selber Ort, selbe Zeit, andere Person, andere Perspektive: Deine Woche war anstrengend, du sehnst dich nach deinen Freund*innen, ein wenig Zerstreuung und guter Musik. Am besten laut. Offensichtlich zu laut für deinen Mitbewohner, denn der meckert. Ja, er hätte die Ruhe eigentlich verdient, aber du brauchst gerade echt was anderes.

Et voilà: Da haben wir ihn, den klassischen Konflikt. Einfach, weil jede*r Einzelne von uns ganz individuelle Bedürfnisse hat, die sich nicht immer mit denen der anderen vereinbaren lassen. Möglicherweise zur selben Zeit, möglicherweise am selben Ort.

Wie sollen wir das als Gemeinschaft nur überleben?

Weil wir die Welt meistens allein aus unserer eigenen Perspektive bewerten, ist es fast schon ein Wunder, was unsere Gesellschaft Tag für Tag leistet: Wir haben es geschafft, Kompromisse und Regeln zu finden, mit denen wir leben können. Das funktioniert allerdings nur, weil über allem ein oder mehrere gemeinschaftliche Ziele stehen – dass wir in Frieden leben wollen, zum Beispiel. Dieses Konzept nennt sich Kooperation. Zu theoretisch? Alles klar, dann mal so: Wer nicht will, dass der*die WG-Mitbewohner*in ewig sauer ist, sollte ein wenig Rücksicht nehmen und einen Kompromiss anbieten. Schließlich lautet das übergeordnete Ziel: Harmonie. Oder?

Das Ganze ist sogar skalierbar, funktioniert von Beziehungen bis Straßenverkehr – aber eben nicht immer. Denn was in einer Wohngemeinschaft noch gut klappt, wird bei politischen Diskussionen schon schwieriger. Besonders, wenn die Meinungen und Bedürfnisse so unterschiedlich sind, dass etwas komplett fehlt: das gemeinsame Ziel, das Miteinander. Und jetzt?

Wie schaffen wir es, politische Diskussionen auf Augenhöhe zu führen?

Genau das hat sich Dennis Kirschbaum (29) gefragt. Bei seiner Arbeit in der politischen Bildung begegnet er immer wieder Situationen, in denen unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen, die scheinbar nicht zu vereinen sind. Kooperation? Gemeinschaft? Wird dann eher schwierig. Was in so einer Situation helfen kann, ist die Betzavta-Methode. Der Grundgedanke dahinter ist erst einmal leicht zu verstehen: Wenn jede*r anerkennt, dass das Recht auf freie Entfaltung für wirklich jede*n gilt, also auch für Menschen mit ganz anderen Meinungen und Bedürfnissen, öffnet das einen Raum für kreative Konflikt-Lösungen: „Durch die Art, wie die Methode konzipiert ist, kommt man eigentlich recht schnell dazu, Strategien zu entwickeln, wie man gemeinsam besser voran schreitet“, sagt Dennis.

Das ist nicht nur für aktuelle Probleme und Konflikte wichtig, sondern auch für alles, was kommt. Deswegen hat Dennis in Kooperation mit der Sparkasse auf dem Z2X2019-Festival einen Workshop zu der Betzavta-Methode gegeben. Z2X heißt so, weil das Event für Teilnehmer*innen von 20 bis 29 Jahren gemacht wird und beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das jährlich stattfindende Festival in Berlin. Inzwischen gibt es thematische Gipfel in ganz unterschiedlichen Städten und online vernetzen sich die Visionär*innen als Community. Das Festival ist dann der jährliche Treffpunkt und fand in diesem Jahr vom 31. August bis zum 1. September statt. Hier erarbeiten alle gemeinsam Ansätze dafür, wie wir eigentlich leben, lieben und arbeiten wollen – oder eben, wie wir bessere politische Diskussionen führen, wie wir demokratisch Entscheidungen treffen und Konflikte lösen können. Kurz: Sie entwickeln Visionen für die Gemeinschaft von morgen.

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Dennis Kirschbaum ist Betzavta-Trainer und glaubt, dass durch die Methode viele Konflikte gelöst werden könnten. Foto: © Rainaldo Coddu

Wer bestimmt eigentlich die Regeln?

Aber wie sieht Betzavta denn jetzt konkret aus? Dennis weißt es: Er ist ausgebildeter Betzavta-Trainer und teilte sein Wissen im Workshop mit zwölf Teilnehmer*innen. In drei Übungen konnten sie erleben, wie die Methode funktioniert. In jeder Übung wurden Situationen geschaffen, in denen sich die Teilnehmenden mit gegensätzlichen Positionen konfrontiert sahen: Wenn die Aufgabe ist, dass man in der Gruppe eine Regel für den Tag definieren soll, die für alle gilt, jede*r aber etwas anderes wichtig findet – wie soll man da auf einen gemeinsamen Nenner kommen und sich einigen? Kommt da überhaupt jede*r zu Wort? Und was passiert, wenn eine*r einfach die Regel bestimmt, ohne die Zustimmung der anderen?

Genau deswegen ist Betzavta, hebräisch für „Miteinander“, ergebnisoffen gestaltet: Die Gruppe soll einen Weg finden, möglichst kreativ eine Lösung für den Konflikt abzuleiten – Hauptsache gemeinsam. Es gibt kein richtig oder falsch, nur ein: Wir haben das in der Gruppe beschlossen, denn wir haben ein gemeinsames Ziel.

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Auf dem Z2X-Festival haben junge Menschen die Betzavta-Methode gelernt – und ausprobiert. Foto: © Reinaldo Coddu

Aber wie kommt man gemeinsam zum Ziel, wenn man doch eigentlich etwas ganz anderes will? In vier Schritten. Und die führen laut Methode zur Sprache der Demokratie. Schritt eins: Zuerst wird geklärt, ob der Konflikt echt ist oder nur augenscheinlich besteht. Schritt zwei: Wenn der Konflikt wirklich da ist, kann kreativ nach einer Lösung gesucht werden, die die Situation so verändert, dass der Konflikt verschwindet. Wenn das auch nicht klappt, wird im dritten Schritt ein Kompromiss gestaltet – unter der Prämisse, dass die Freiheit für alle gleich eingeschränkt wird. Immer noch kein Erfolg? Tja, dann folgt die demokratische Abstimmung via Mehrheitsentscheid.

Der magische zweite Schritt

Betzavta funktioniert dann richtig gut, wenn es gar nicht erst zum vierten Schritt kommt. Die Magie der Methode liegt im zweiten Schritt: die Situation so zu verändern, dass sich der Konflikt auflöst. Wie das konkret aussehen kann, erleben die Teilnehmer*innen in der dritten Übung. In zwei Gruppen aufgeteilt wird jeder Gruppe eine Aufgabe gestellt: Die eine Gruppe soll mit den Stühlen im Raum einen möglichst großen Stuhlkreis bauen, die andere Gruppe mit ebendiesen Stühlen einen Turm. Man könnte erwarten, dass die Gruppen beginnen, sich um die Stühle zu streiten. Aber Achtung, jetzt wird es spannend: Stattdessen haben die Teilnehmer*innen angefangen, miteinander zu reden, auszuloten, welche Möglichkeiten es noch gibt. Niemand hat gesagt, dass beide Aufgaben parallel gelöst werden müssen? Dann könnte man doch nacheinander erst das eine, dann das andere bauen! Problem solved – und das auch noch ganz demokratisch und kooperativ. Eben als Gemeinschaft.

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Wir müssen endlich mit der Ego-Nummer aufhören. Darin sind sich die Workshop-Teilnehmer*innen einig. Foto: © Reinaldo Coddu

Für Dennis ein Beweis dafür, dass die Methode funktioniert. Klar, in einer Schulklasse kann das auch schon ganz anders aussehen. Bei seiner Arbeit als Anti-Rassismus-Trainer auch. Nicht immer funktioniert es so reibungslos, nicht immer ist überhaupt Raum für kreative Lösungsansätze – manchmal stehen Emotionen im Weg. Aber genau das ist der Punkt: Betzavta ist nicht nur eine Methode dafür, wie wir politische Entscheidungen treffen und Diskussionen führen können. Die Workshop-Teilnehmer*innen lernten auch noch eine ganze Menge mehr. Über ihre Rolle innerhalb einer Gruppe, über den Umgang mit Autoritäten und Regeln und auch über das eigene Verhalten in Konfliktsituationen. Quasi Sozialexperiment statt Workshop. Das klare Ziel: eine Gemeinschaft, die nicht ausschließt, sondern verbindet. „Und ich glaube das ist das, was wir heutzutage in unserer Gesellschaft brauchen“, sagt Dennis.

Und warum unterstützt die Sparkassen-Finanzgruppe das Z2X-Festival? Ganz einfach: Weil den Sparkassen Gemeinschaft wichtig ist. Darum engagiert sie sich unter dem Motto #GemeinsamAllemGewachsen für Lösungsansätze wie die Betzavta-Methode, die uns als Gesellschaft näher zusammenbringen und den Zusammenhalt fördern – und ist deswegen die perfekte Partnerin für das Festival der Visionär*innen.

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