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So konnte Lorenz die eigenen Interessen bei der Jobsuche durchsetzen

Als Lorenz sein Bachelorstudium abschloss, wusste er zunächst gar nicht so richtig, wie es für ihn weitergehen sollte. Trotz einiger Unsicherheiten am Anfang, hat sich für Lorenz alles zum Besten gewendet und er fand einen Job ganz nach seinen Vorstellungen. 

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Lorenz hat es für seinen ersten Job in der Vermessung aufs Land verschlagen. Bild: Lorenz

Lorenz hat Geografie studiert. Ein Fach, das quasi in jeder Unterhaltung die Frage „auf Lehramt?“ heraufbeschwört. Dabei eröffnet das vielseitige Studium eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten abseits der Tafel. Lorenz hat sich im Bereich Geoinformationssysteme (GIS) spezialisiert und erstellt nun in seinem ersten Job digitale Karten.

Seit Anfang April arbeitet der 26-Jährige in einem Vermessungsbüro. Für diesen ersten Job hat Lorenz Berlin verlassen und sich nach Oberschwaben begeben, nämlich in die Nähe von Ravensburg. Hier konnte er seine Bachelorarbeit beenden und gleich nahtlos in den Beruf starten.  Die Umstellung vom freien Student*innenleben zum Arbeitsleben war für ihn zunächst ungewohnt, aber dann doch weniger schlimm als erwartet. Im Interview erzählt er uns, wie er seinen Job gefunden hat, welche Überraschungen er dort erlebt hat und wie er lernte, Grenzen zu setzen.

ze.tt: Hallo, Lorenz. Kannst du kurz beschreiben, was du in deinem Job machst?

Lorenz: Ja, das frage ich mich auch manchmal, denn ich werde ja noch eingelernt. Ich arbeite in einem Vermessungsbüro mit Geoinformationssystemen. Mein Berufsalltag setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: Kundensupport, Datenpflege und Vermessung. Im Kundensupport geht es viel darum, unsere Kunden, größtenteils Gemeinden, zu betreuen und ihre Wünsche zu erfüllen. In der Datenpflege geht es um die Verwaltung der gemessenen Daten. So können wir beispielsweise das Grünflächenamt darüber informieren, welche Wiesen gemäht werden müssen. Der dritte Bereich ist der Außendienst, wo ich selbst Vermessungen durchführe.

Wie bist du zu deinem Job gelangt?

Ich habe nach Jobs im GIS-Bereich in ganz Süddeutschland gesucht. Auf meine Bewerbungen erhielt ich durchweg positive Rückmeldungen und wurde zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Bei den meisten Gesprächen hat mich aber der Arbeitgeber nicht wirklich überzeugt. Irgendwann habe ich nach Vermessung und GIS im Raum Ravensburg gesucht und bin auf die Webseite meines jetzigen Arbeitgebers gestoßen. Da wurde nur eine Stelle ausgeschrieben, die auch bei keiner Jobbörse zu finden war. Ich habe da angerufen und mir wurde gesagt, dass die Stelle nicht mehr aktuell sei, aber prinzipiell immer nach guten Leuten gesucht wird. Dann habe ich mich initiativ beworben und habe wenig später eine Zusage bekommen.

TK TIPP: Zeige Eigeninitiative!

Lorenz hat auf der Suche nach dem richtigen Job proaktiv verhalten und da Klinken geputzt, wo er gern hinwollte. Diese Eigeninitiative kann sich auszahlen, meint auch Diplom-Pädagogin Karolin Sommer-Baum: „Eine erfolgreiche Berufsfindung startet mit einer proaktiven inneren Haltung. Es ist wichtig, die Zukunft in die eigene Hand zu nehmen und beispielsweise schon im Studium die eigenen Interessen und Talente gezielt in der Praxis zu erproben. Auch so kann man lernen, die eigenen Wünsche besser kennenzulernen und klar von den Erwartungen der Umwelt zu unterscheiden, um dann wie Lorenz eine fundierte Entscheidung für oder gegen einen Beruf treffen zu können.“

Du hattest erwähnt, dass dir einige Bewerbungsgespräche nicht gefallen haben. Kannst du Beispiele nennen?

Eines der Gespräche war wie ein Verhör. Es wurde sehr einseitig danach gefragt, welchen Nutzen ich dem Unternehmen bringe. Dabei ist es doch auch wichtig zu wissen, was sie mir bieten können. Ausschlaggebend war die Gehaltsfrage: Nach meinem Studium wollte ich nicht mit Mindestlohn anfangen oder das diskutieren müssen. Ein weiteres Gespräch war mit einem Assessment Center verbunden, wo auch gefragt wurde, wie belastbar ich bin. Die Begründung war, dass es öfter vorkomme, dass Überstunden notwendig seien. Das fand ich schon sehr abschreckend!

TK TIPP: Erkenne, was du wirklich willst – und was nicht! 

Lorenz konnte in seinem Bewerbungsprozess nach dem Ausschlussprinzip vorgehen. Viele Unternehmen haben von der Unternehmenskultur oder den Anforderungen her einfach nicht gepasst. Diplom-Psychologe Hans-Georg Willmann rät dazu, erstens die eigenen Bedürfnisse genau zu reflektieren und zweitens möglichst viele Informationen über die Arbeitsbedingungen bei potenziellen Arbeitgebern einzuholen: „Was man will und was man nicht will, findet man immer in einem mehr oder weniger langen Trial-and-Error-Prozess heraus. Deshalb gilt: So früh wie möglich damit anfangen, so viele Informationen wie möglich über verschiedene Berufsfelder zu sammeln. Das geht zum einen über Gespräche mit Leuten, die in den Arbeitsbereichen tätig sind, die man selbst interessant findet. Zum anderen über Ausprobieren in der Praxis, durch Hospitationen, Praktika, Bachelor- oder Masterthesis.“

Welche Gedanken sind dir an deinem ersten Tag durch den Kopf gegangen?

Ich habe mir vorher Gedanken über Dinge wie den Dresscode gemacht. Als ich in der Firma war, habe ich geschaut, was die anderen tragen und mich dann mit Hemden eingedeckt. Ich habe mir auch ein bisschen Sorgen darum gemacht, ob ich gut ins Team passe, weil einige meiner Kollegen schon etwas älter sind als ich. Ansonsten war ich relativ unaufgeregt. Von mir wurde nicht erwartet, dass ich mich großartig beweise oder mit Wissen glänze. Außerdem wusste ich: Die wollen mich und ich will die. Letztlich lief der erste Tag super! Alle waren super freundlich und nett.

Es gibt wirklich viel zu tun und ich hatte von nichts eine Ahnung.

Lorenz

Und wie erging es dir in deiner ersten Woche?

Die erste Woche war schon erschlagend. Es gab wirklich viel zu tun und ich hatte das Gefühl, von nichts eine Ahnung zu haben. Mir wurde zwar immer wieder gesagt, dass ich mich nicht stressen soll, es hat aber ein wenig gedauert, bis das bei mir angekommen ist. Im Studium war ich es außerdem gewohnt, auszuschlafen, und nun muss ich um acht Uhr auf der Matte stehen. Anfangs musste ich auch noch eine Dreiviertelstunde herpendeln. Das fand ich sehr stressig.

Du hast eine 80-Prozent-Stelle. Wie kam es dazu?

Ich habe vor Antritt meiner Stelle einmal durchgerechnet, wie viel Zeit meines Tages für Arbeit draufgeht: Vollzeitstelle und Pendeln machten über zehn Stunden meines Tages aus. Deswegen habe ich gefragt, ob es möglich wäre, 80 Prozent zu arbeiten, zumal ich mir ein soziales Umfeld in einer neuen Stadt aufbauen möchte. Glücklicherweise war das kein Problem. Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen und jetzt bin ich glücklich darüber, dass ich genügend Zeit für Freizeitaktivitäten habe und trotzdem finanziell gut über die Runden komme.

TK TIPP: Suche ein Unternehmen, dem deine Work-Life-Balance wichtig ist! 

Lorenz hat sich bewusst für seine Work-Life-Balance und gegen eine 100%-Stelle entschieden. Diplom-Psychologe Willmann ist positiv überrascht: „Eigene Grenzen ernst zu nehmen ist wichtig, um lange gesund und arbeitsfähig zu bleiben. Beim Berufseinstieg gleich mit 80% anzufangen ist jedoch untypisch. Viele Arbeitgeber vermuten hinter so einem Wunsch, dass der neue Mitarbeiter nicht anstrengungsbereit oder -fähig ist. Lorenz hat mutig auf seine eigenen Bedürfnisse gehört und in dem Vermessungsbüro einen modernen Arbeitgeber gefunden, dem das Mitarbeiterwohl am Herzen liegt. Das ist bei Arbeitgebern leider noch nicht selbstverständlich – nimmt aber glücklicherweise immer mehr zu. In vielen Bereichen wird Arbeitsleistung heute zum Glück nicht mehr nur über Anwesenheit definiert. Wer bei seinem Arbeitgeber auf taube Ohren stößt, kann andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Homeoffice ansprechen.“

Als Anfänger*in macht man auch mal Fehler. Wie wird damit in deinem Job umgegangen?

Mir wurde direkt signalisiert, dass ich Fehler machen darf. Natürlich war ich am Anfang übervorsichtig und habe mir beispielsweise immer eine lokale Kopie auf meinem Rechner erstellt, bevor ich mich an die Daten gemacht habe. Inzwischen fühle ich mich sicherer. Ich habe beim Vorstellungsgespräch erzählt, dass ich in dem Bereich noch keine Erfahrung habe, also wissen sie, dass ich noch Zeit zum Einlernen benötige.

Gab es Dinge, die dir anfangs schwer gefallen sind?

Bei Telefonaten mit Kunden war ich anfangs ganz schön aufgeregt und hatte eine leicht zittrige Stimme. Ich habe ein paar mehr Anläufe gebraucht. Inzwischen geht das ganz gut, denn ich habe mittlerweile die Gesichter zu einigen Menschen gesehen, mit denen ich in Kontakt bin. Außerdem hatte ich anfangs Schwierigkeiten damit, einzuschätzen, wie dringend Aufgaben ausgeführt werden müssen. Es gab beispielsweise eine Situation, in der mir ein Kollege zehn Minuten vor Feierabend noch eine sehr arbeitsintensive Aufgabe zugeteilt hat, obwohl ich dringend los musste. Das hat mich verunsichert. Ich konnte ihn nicht mehr fragen, wie dringend es ist und habe sie am nächsten Tag gemacht. Das war dann auch vollkommen in Ordnung. Gerade am Anfang sollte man Grenzen setzen, denn sonst passiert es leicht, dass Arbeit als selbstverständlich angesehen wird.

TK TIPP: Ziehe aktiv Grenzen!

„Aktiv Grenzen zu setzen ist wichtig – und am Anfang des Berufslebens gar nicht so leicht, denn man weiß ja noch gar nicht, was in einem Unternehmen so üblich ist“, sagt Diplom-Psychologe Hans-Georg Willmann. „Es ist wichtig, die gegenseitigen Erwartungen abzugleichen, also bei Arbeitszuteilung gleich zu fragen, was bis wann in welcher Form gewünscht wird. Es kann auch helfen, zu beobachten, wie Kollegen mit zugeteilten Aufgaben umgehen. Wird mehr erwartet, als man bereit oder fähig ist zu leisten, sollte man, obwohl das nicht einfach ist, schnell ein offenes Gespräch mit seinem Chef suchen.“

Was hast du aus deinem Studium für deinen jetzigen Job mitnehmen können?

Ich habe im Studium viel gelernt, was mich als Mensch  aus- und weitergebildet hat. Das Geografiestudium ist einfach extrem breit gefächert. Wenn man so viel Neues schon gelernt und gesehen hat, dann ist es auch in der Arbeit nicht mehr überraschend, dass neue Inhalte dazukommen. Insofern hat mich mein Studium ziemlich gut auf die Arbeit jetzt vorbereitet.

Wovor hattest du vor deinem ersten Job Angst?

Im Studium fand ich die Vorstellung gruselig, 40 Stunden pro Woche in einem Job zu arbeiten, mit dem ich mich nicht identifiziere. Ich wollte nicht nur in die Tasche eines Unternehmens arbeiten. Mir hat der Gedanke an eine repetitive, stumpfe und stupide Arbeit Angst gemacht. Als Vollbart- und Dreadlock-Träger hatte ich ein wenig Bedenken, inwieweit Personaler darauf reagieren würden. Ich habe öfter mit dem Gedanken gespielt, alles glatt zu rasieren.

Wenn ich mich gerade so reden höre, dann klingt das alles viel zu gut.

Lorenz

Wie denkst du jetzt?

Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es so entspannte Arbeitgeber geben kann. Ich bin positiv davon überrascht, wie gut und menschlich der Umgang hier ist, wie transparent vieles gehandhabt wird. Ich habe das Gefühl, einen bestimmten Gestaltungsraum und Mitspracherecht bei der Arbeitsaufteilung zu haben. Wenn ich mich gerade so reden höre, dann klingt das alles viel zu gut.

TK TIPP: Suche Arbeitgeber*innen, die zu dir passen!

Lorenz hat einen Job gefunden, der wirklich zu ihm passt. Das ist ein großes Glück, meint auch Coachin Doris Brenner: „Es ist sehr wichtig herauszufinden, ob die eigenen Vorstellungen und Werte mit denen des potenziellen Arbeitgebers zusammen passen. Die Aufgabe kann noch so interessant sein, wenn die Erwartungshaltungen zu unterschiedlich sind, wird es auf Dauer schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden und Spaß bei der Arbeit zu haben. Schließlich geht es nicht nur um das Was, sondern auch, wie gearbeitet wird. Ein gutes Betriebsklima ist entscheidend dafür, ob die Arbeit Spaß macht und dauerhaft Erfüllung bringt.“

Du bist für deinen Job in eine neue Stadt gezogen. Wie sieht es bei dir mit Freizeitaktivitäten und sozialem Netz aus?

Da es meiner Freundin gesundheitlich nicht so gut ging, sind wir in die Nähe ihrer Familie in ein Dorf nahe Ravensburg gezogen. Ihr geht es mittlerweile besser und vor einigen Wochen sind wir nach Ravensburg umgezogen. Wir genießen beide, dass wir in Ravensburg wieder junge Menschen auf der Straße treffen und wir fahren unter der Woche häufig in die Kletterhalle. Beim Klettern lernt man relativ einfach Leute kennen und ich will mir hier auch noch einen Chor zum Singen suchen. Jetzt, da die Uni fertig ist, ist Feierabend nun auch wirklich Feierabend. Das ist schon ein sehr gutes Gefühl.

TK TIPP: So findest du Ausgleich

Lorenz und seine Freundin haben die Nähe zur Familie und zu Gleichgesinnten gesucht. Dieser Ausgleich zur Arbeit ist wichtig für die eigene Balance, meint auch Hans-Georg Willmann: „Gerade wenn man für den ersten Job in eine neue Stadt zieht, ist es wichtig, sich ein soziales Netz aufzubauen. Das ist ein zentrales Bedürfnis des Menschen, beugt Vereinsamung vor und wirkt sich letztendlich auch auf die Arbeitsleistung aus. Lorenz hat mit dem Klettern und dem Singen zwei tolle Freizeitaktivitäten, bei denen er Leute kennenlernen kann. Weitere Möglichkeiten könnten Kochkurse, Sprachkurse oder ehrenamtliche Arbeit sein. Der beste Tipp dazu: Machen, was einem wirklich Freude bringt.“

Was hast du aus deiner bisherigen Zeit mitgenommen?

Offene Kommunikation im Arbeitsalltag ist sehr wichtig! Einige Kollegen machen sehr direkte Ansagen. Das fand ich am Anfang ein wenig befremdlich, doch mittlerweile finde ich das total super und übernehme diese Arbeitsweise. Man sorgt zwar im Zweifel für ein bisschen Reibung, dafür weiß mein Gegenüber, was ich erwarte. Und andersrum. Ich habe außerdem festgestellt, dass es wichtig ist, neugierig zu sein und zu signalisieren, dass man Kritik von den Kollegen annehmen kann. Das wichtigste ist: Man darf sich nicht zu sehr stressen lassen.

Die Techniker Krankenkasse und ze.tt stellen euch an dieser Stelle in den nächsten Wochen zehn Protagonist*innen vor, die ihren ersten Job nach der Uni angefangen und ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten sie bei ihren ersten 100 Tagen im Job und finden heraus, wie das so für sie war, plötzlich im Arbeitsleben zu stecken. Auf der deutschlandweiten Veranstaltungsreihe Die ersten 100 Tage im Job könnt ihr unsere Protagonist*innen auch persönlich treffen. Termine und Anmeldung unter www.zeit.de/100tage. Wollt ihr mehr zur Aktion erfahren? Dann schaut hier rein!

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