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Wie Musik tatsächlich Leben verändern kann

Das Levi’s Music Project ermöglicht Kindern, die sonst nicht die Chance dazu gehabt hätten, eine musikalische Ausbildung – und wichtige Kontakte. Wir haben die jungen Musiker*innen in Hamburg getroffen.

Levis Music Project Kinder Musik Hamburg

Im Levi's Music Project in Hamburg bekommen Kinder und Jugendliche eine kostenlose musikalische Ausbildung. Foto: Nicola Rehbein

Rhythmisch erklingen die ersten Schläge auf das Schlagzeug. Der Bass setzt ein, dann die Gitarre. Die acht Kinder und Jugendlichen auf der Bühne wirken hochgradig konzentriert. Sie kommen langsam in Form, bewegen sich zu den Klängen, die sie selber gerade erschaffen. Mit jedem Ton zeigt sich ein bisschen mehr Freude in den Gesichtern. Ein bisschen mehr Gelöstheit.

Ich bin im Hamburger Klub Knust und schaue Konzertvorbereitungen zu. So wie bei diesem Soundcheck treffen sich die jungen Musiker*innen öfter. Sie sind Teil des Levi’s Music Projects, einer Musikschule im Hamburger Stadtteil St. Pauli, die jungen Menschen die Chance gibt, kostenfrei eine musikalische Ausbildung zu erhalten. Seit letztem Jahr stehen sie immer wieder überall in Deutschland auf der Bühne.

„Es ist einfach toll“, sagt Cumhur Dagli (15), den ich vor Konzertbeginn auf eine Limo treffe. Seine Bandkollegin Emma Antwi (19) pflichtet ihm bei. Beide sind seit 2016 beim Levi’s Music Project dabei und vor dem heutigen Konzert ein wenig aufgeregt. „So wie immer eigentlich. Ich habe immer richtiges Herzklopfen!“, sagt Cumhur. Und Emma: „Man ist total nervös, aber man weiß man ist nicht alleine. Da sind noch sieben andere Personen auf der Bühne und man weiß, wir schaffen das alle zusammen!“

levis music project musik kinder
Cumhur ist eine*r der Vocalists der Band und singt jetzt vor Hunderten von Leuten. Dabei war er früher eher schüchtern. Foto: Nicola Rehbein

Cumhur und Emma sind zwei der vier Vocalist*innen der Band. Sie kennen sich aus einer Wohngruppe. Zum Levi’s Music Project sind sie durch einen Betreuer gekommen, der sie empfohlen hat. Das war 2016, seither hat sich in ihren Leben einiges verändert. Cumhur berichtet mir davon, dass er sich früher nie getraut hätte, vor anderen Menschen zu singen. So schüchtern war er. Erst die Gemeinschaft in der Musikschule hat das geändert. Für Emma sind die Gesangsstunden und die Bandprobe zur obersten Priorität geworden. Sie spielt nebenbei am St. Pauli Theater und hat sogar noch privat angefangen, Saxophon zu lernen.

Man ist total nervös, aber man weiß man ist nicht alleine. Da sind noch sieben andere Personen auf der Bühne und man weiß, wir schaffen das alle zusammen! ­– Emma (19)

Ihre Instrumente spielen und zu singen haben die Jugendlichen im Fußballstadion gelernt. Nein, nicht grölend zwischen den Sitzreihen, wenn sich auf dem Platz mal wieder 22 Männer um einen Ball streiten, sondern in einer zum Musikstudio umgebauten VIP-Loge. Levi’s ist seit Jahren Sponsor des Hamburger Vereins FC St. Pauli und hatte die Idee, die abseits der Spiele leerstehende Loge sinnvoll zu nutzen und mit den Räumlichkeiten auch der Gemeinschaft etwas zurück zu geben.

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Musikunterricht erhalten die jungen Musiker*innen in einer umgebauten Loge des Millerntor Stadions in Hamburg. Foto: Nicola Rehbein

Die Musikschule im Millerntor-Stadion ist dennoch kein Fremdkörper, sondern fügt sich gut in den dort überall vorherrschenden Vibe ein. Über den Sitzen prangen Schriftzüge wie „Kein Fußball den Faschisten“ oder „Kein Mensch ist illegal“. Auf dem Stadiondach weht die Regenbogenflagge. Zwischen den Tribünen gibt es einen eigenen Kindergarten. Und vom gemeinnützigen Wasserprojekt Viva con Aqua haben sicher auch schon einige von euch gehört.

Wo es hier doch schon so nachbarschaftlich zugeht, wieso also nicht auch noch eine Musikschule? Nach der Schule kommen die Kinder und Jugendlichen hier hin, um gemeinsam zu proben. Die Musikstunden – von Gitarre, über Schlagzeug und Keyboard, bis hin zum Gesang – sind individuell auf die Lernenden, ihre Bedürfnisse und ihre Lerntempi zugeschnitten. Keine*r soll sich unter- oder überfordert fühlen. Die Instrumente können sie zum Üben mit nach Hause nehmen.

Musik ist für mich ein Rückzugsort: Wenn ich irgendwas verarbeiten muss, steck ich das in meine Musik. Wenn ich rebellisch bin, ist Musik mein Ventil. Gitarrespielen ist auf jeden Fall ein Suchterlebnis! – Ben (16)

Seit letztem Jahr gibt es zusätzlich immer freitags die Bandprobe, bei der die Acht gemeinsam Lieder einstudieren oder ganz frei jammen. Hier haben sie auch die Möglichkeit, eigene Songs zu schreiben und zu komponieren. Einen Song kann Vocalist Emma schon vorweisen. Er heißt „Water is a Human right“ und wird heute auch gespielt: „Erst haben wir nur daran gedacht, dass Wasser eben einfach für alle wichtig ist. Aber unser Lehrer Weik hat gesagt, wir sollen darüber nachdenken, was Wasser für andere bedeutet. Dann sind wir tiefer in das Thema eingestiegen und der Text wurde immer besser. Chefket hat uns einen Trick verraten, wie man am besten Songs schreibt. Nun ist er fertig. Den Song kann man derzeit nur live hören, aber vielleicht gibt es ihn bald auch schon irgendwo zum Download.“

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Im Studio schreiben Emma (2.v.l.) und ihre Freund*innen an neuen Songs. Vom Levi’s Music Project erhalten sie Instrumente und Unterstützung. Foto: Nicola Rehbein

Dass das Ergebnisihrer Freitagsproben sich hören lassen kann, haben Emma und die anderen Musiker*innen nun schon einige Male unter Beweis gestellt. „Zum ersten Mal sind wir bei der Knust Accoustic Session im letzten Sommer aufgetreten. Da waren wir der Opening Act vor 500 Leuten“, erinnert sich Gitarrist Ben Böhmer (16). „Im November haben wir dann im Molotov in Hamburg gespielt. Erstmals elektronisch. Das war schon krass, weil wir da mit den bekannten Bands Gurr und Milliarden gespielt haben. Alles war neu für mich: Backstage zu sein, zu sehen, wie Musiker miteinander agieren, die Ekstase auf der Bühne. Das war alles mega aufregend und hat meinen Willen gefestigt Musiker werden zu wollen!“

Zwischen uns besteht ein richtiger Teamspirit. Und der wird durch die gemeinsamen Auftritte noch gefestigt. Das sind einfach krasse Erlebnisse gewesen, vor allem in unserem Alter, die uns richtig zusammengeschweißt haben. – Ben (16)

Neben Gurr und Milliarden hatten die Kinder auch schon die Chance, ganz andere Künstler*innen kennen zu lernen. Beim Zeit Campus Festival am 17.09.19 in Hamburg waren sie etwa die Vorband für Blond und Chefboss. Bei einem Auftritt in Köln im letzten Jahr durften sie für Leoniden eröffnen. Und weil es im Millerntor-Stadion auf St. Pauli so familiär zugeht, kann es auch mal sein, dass Bela B von den Ärzten oder Bosse bei den Proben vorbeischauen, um mit den Jugendlichen zu jammen.

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Im letzten Jahr durfte die Band schon öfter die Konzerte ihrer Stars eröffnen, wie hier bei den Leoniden in Köln. Foto: Nicola Rehbein

Für die Kinder ist das alles ein großes Glück. Denn sie können ihren Vorbildern ganz nah sein, sich direkt mit ihnen austauschen und sehen, dass auch diese großen Musiker*innen einmal klein angefangen haben. So bleibt eine Musikkarrierre nicht nur ein Hirngespinst, sondern kann mit viel Fleiß und Engagement eine reale  Zukunftsperspektive sein.

In dem Moment, in dem ich auf der Bühne stand, wusste ich, ich will gar nichts anderes mehr machen! Der Rest ist mir egal, ich will nur auf einer Bühne stehen! – Ben (16)

Tatsächlich wollen die Jugendlichen, die ich an diesem sonnigen Nachmittag in Hamburg treffe, alle in irgendeiner Art und Weise im Business bleiben. Für sie ist das Levi’s Music Project nicht nur ein Zeitvertreib, sondern eine ganz ernst gemeinte Ausbildung und eine Investition in ihre Zukunft. Ben will unbedingt auf die Bühne, am liebsten in eine Rockband, Emma und Cumhur interessieren sich für Karrieren am Musical Theater.

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Wenn man Ben fragt, was Musik für ihn bedeutet, dann sagt er: „Alles. Musik ist alles für mich.“ Foto: Nicola Rehbein

All das ist erstaunlich, vor allem, wenn man bedenkt, dass keines*r der Jungs und Mädchen eine musikalische Vorbildung hatte, bevor sie zum Levi’s Music Project kamen. Sie sind erst einige Jahre dabei und doch hatte das Angebot einen so großen – und bleibenden – Einfluss auf ihre Leben. „Ich habe die Music School zu meiner obersten Priorität gemacht“, erklärt Emma. „Wenn mich Freunde fragen, ob wir was machen wollen, aber ich habe an dem Tag Probe, dann sage ich meinen Freunden ab. Ich würde niemals die Probe verschieben. Dafür sind mir die Musik und die Gemeinschaft viel zu wichtig geworden.“

Als ich beim Music Project angefangen habe, dachte ich, ich höre bestimmt bald wieder auf, weil es langweilig für mich wird. Aber jetzt bin ich schon drei Jahre dabei! – Emma (19)

Ist die Musikschule also die neue Talentschmiede und bringt die nächsten großen Rock- und Popstars hervor? Vielleicht, aber das ist nicht der Anspruch des Projekts. Die Musikschule versteht sich als Ort der Begegnung, an dem Kindern und Jugendlichen, die sonst nicht die Möglichkeit dazu gehabt hätten, ein Angebot gemacht wird, ihre Freizeit zu verbringen und ihre Talente zu entfalten. Hier gibt es einen Safe Space, Instrumente, Lehrer*innen und Kontakte, aber die Arbeit, die müssen die Kinder selbst reinstecken.

Der Soundcheck ist beendet. Langsam füllt sich der Hamburger Club Knust mit Gästen, die sich auf einen Abend mit toller Musik freuen. 500 Personen werden erwartet. Die Kinder gönnen sich erst einmal noch eine Limo bevor sie allen zeigen können, dass sich ihre harte Arbeit der letzten Jahre richtig gelohnt hat.

Noch einen letzten Tipp gegen Lampenfieber, Cumhur? „Wir sagen uns einfach, wenn wir einen Patzer machen: Okay, dann machen wir einfach die nächste Strophe noch viel viel besser! Wir versuchen einfach, alles rauszuholen!“

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Das Levi’s Music Project ist ein globales Projekt, um etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, Levi’s fördert damit weltweit junge Musiktalente und gibt ihnen eine Möglichkeit, sich durch Musik anderen mitzuteilen. Die Levi’s Music School im Millerntor Stadion auf St. Pauli war die erste ihrer Art in Deutschland. Im September letzten 2017 eröffneten Levi’s und die Jungs von Milky Chance in deren Heimatstadt Kassel eine zweite – im Kulturzentrum Tofufabrik. Möchtest du mehr über das Levi’s Music Project erfahren? Dann schau mal hier rein!

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