Katholische Schule verbannt Harry-Potter-Romane, weil die Zauber darin echt seien

Achtung: Menschen, die Zaubersprüche wie Serpensortia oder Incendio laut aussprechen, könnten von einem bösen Geist befallen werden.

Sixth Harry Potter Book To Be Published In July

Achtung, Muggel-Alarm! Vor der dunklen Magie Harry Potters sollte man sich in Acht nehmen! Foto: Justin Sullivan / Getty Images

Fans hatten daran natürlich nie Zweifel, jetzt aber haben sie die Bestätigung von einer mehr oder weniger offiziellen Stelle: Die Zauber, die in den Harry Potter-Romanen und Filmen gelehrt und angewendet werden, sind echt! Diese Ansicht vertritt zumindest eine katholische Schule in den USA und verbannte die Geschichten des jungen Zauberlehrlings jüngst aus ihrer Schulbibliothek.

Der Pastor der St. Edward Catholic School in Nashville Dan Reehil ist sich nämlich sicher, dass „die Flüche und Zaubersprüche in diesen Büchern echt sind und, wenn sie von einem Menschen gelesen werden, böse Geister heraufbeschwören könnten“, wie die Lokalzeitung The Tennessean berichtet.

In E-Mail erklärt Pastor die Hintergründe

In einer E-Mail an die Eltern der Schüler*innen erklärte Reehil den ungewöhnlichen Schritt. Demnach würde die Zauberei in den Büchern als böse, aber auch als gut dargestellt. Zuvor hatten ihm bereits Exorzist*innen in den Vereinigten Staaten und Rom empfohlen, die Bücher aus der Bibliothek zu entfernen, wie er erklärt.

Rebecca Hammel, Schulaufseherin der für Nashville zuständigen katholischen Diözese, erklärte dem Tennessean indes, dass die katholische Kirche keine offizielle Haltung zu den Zauberbüchern von Schriftstellerin Joanne K. Rowling habe. Es sei jedem Pastor freigestellt, die Auswahl an Büchern für die ihm zugeteilte Schule selbst zu bestimmen. Hammel wolle nur sicherstellen, dass die Schulbüchereien altersgerechtes Material für die Klassen zur Verfügung stellen. Daher würde sie auch den Vorwurf der Zensur zurückweisen.

Die Privatschule, welche die Romane inzwischen aus der Schulbücherei entfernt hat, ist derweil nicht die erste, die sich von der Magie Harry Potters zu fürchten scheint. Angeblich „wegen der schlechten Energie“ verbrannten erst vergangenen April katholische Priester in Polen zahlreiche Ausgaben der siebenteiligen Serie. In Deutschland waren es 2007 Eltern eines Gymnasiums in Chemnitz, die sich in ihren christlichen Gefühlen verletzt sahen, als ihre Kinder im Deutschunterricht Harry Potter durchnehmen sollten.

Die Schule in Nashville möchte die Romane immerhin aber weiter aufbewahren. Vielleicht lassen sich die katholischen Muggel also doch noch von der fabelhaften Welt Harry Potters überzeugen.

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