Landtagswahlen: Frauen verhindern, dass AfD stärkste Kraft wird

Nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen wird versucht zu erklären, warum die AfD gewählt wird. Interessant ist dabei auch, wer sie wählt: Männer.

Frauen gegen die AfD, hier mit einem Schild vor dem Brandenburger Landtag. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Am Abend der Landtagswahlen gab es vor allem einen Gewinner: die AfD. Sie konnte sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen die meisten Stimmengewinne verzeichnen. Gewonnen haben genauer: die Männer der AfD. Was in den Ausschnitten der Wahlparty zu sehen war – jubelnde Männer –, spiegelt sich in den Wahlergebnissen wider: Die AfD ist eine Partei von Männern für Männer. Hätten ausschließlich Männer gewählt, wäre die AfD in beiden Bundesländern die stärkste Kraft geworden.

In Sachsen stimmten 33 Prozent der Männer für die AfD, aber nur 22 Prozent der Frauen. In Brandenburg stimmten 30 Prozent der Männer für die AfD, aber nur 19 Prozent der Frauen.

Hätten ausschließlich Frauen gewählt, wäre in Sachsen mit 37 Prozent die CDU als stärkste Kraft mit großem Abstand aus der Wahl hervor gegangen, in Brandenburg mit knapp 30 Prozent die SPD.

Während bei den anderen Parteien am Wahlabend ganz selbstverständlich Politikerinnen in Interviews zu sehen und zu hören waren – wie Manuela Schwesig bei der SPD und Annalena Baerbock bei den Grünen –, waren bei der AfD Männer die Protagonisten. Auf der Bühne und offensichtlich auch in den Wahlkabinen. Und auch mit dem antifeministischen und rassistischen Wahlprogramm der AfD haben Männer offenbar weniger Probleme als Frauen.

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