Überholtes Männlichkeitsbild: So verarbeitet ein Künstler seine Kindheit

Luke Humphris zeichnete einen einfühlsamen Comic darüber, was es bedeuten kann, mit einem altbackenen Männlichkeitsbild aufzuwachsen.

Eines der womöglich fiesesten und größten Probleme vieler Männer ist es, dass sie sich die eigene Verletzlichkeit nicht eingestehen können. Es ist so fies, weil ihnen dieses Problem strukturell einmassiert wird: Sei stark, weine nicht, scheitere nicht, sei erfolgreich und bleibe hart. Und es ist so groß, weil es zur emotionalen Implosion führen kann, wenn man sich selbst gegenüber nicht aufrichtig ist und Gefühle unterdrückt.

Die Folge ist allzu oft: zerstörerischer Narzissmus, Burnout, Depressionen bis hin zum Suizid, den Männer dreimal so häufig wie Frauen begehen. Sie nehmen höhere Risiken auf sich und machen seltener Therapie. Was es anrichtet, wenn man mit seinem Umfeld nicht über seine Probleme und Wünsche sprechen kann, weiß auch Luke Humphris. Der Australier verarbeitet seine persönlichen Erfahrungen mit toxischer Männlichkeit in einem einfühlsamen Comic.

Heute lebt Luke in Toronto, Kanada, um etwas anderes zu sehen als Australien, wo er in seinen jungen Jahren schmerzvolle Dinge, wie etwa den Tod seines Bruders, erlebte und wie sein Großvater und Vater darauf reagierten. „Ich bin jetzt älter und finde, dass ich mich jetzt besser ohne diese sozialen Einschränkungen ausdrücken kann, aber ein paar Dinge bleiben und ich versuche, auf sie zu achten“, sagt Luke im Gespräch mit der Plattform Bored Panda über seinen Umgang mit dem Männlichkeitskonstrukt. „Die meisten Leute finden wahrscheinlich ebenso einen Weg, wenn sie älter werden. Ich erwische mich immer noch dabei, wie ich selbst negative Erwartungen an Freunde und Gleichgesinnte habe, also versuche ich auch hier, aufmerksam zu sein.“ Den Comic findet ihr oben in unserer Galerie.


Hast du das Gefühl, du kannst dich in deinem Umfeld nicht ausdrücken oder dich öffnen? Plagen dich vielleicht sogar Suizidgedanken? Bei der Telefonseelsorge findest du online oder telefonisch unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 und 0800-1110222 rund um die Uhr ein offenes Ohr und Hilfe.

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