Die Berichterstattung über Ostdeutschland ist pauschalisierend und peinlich

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall befeuern viele Medien das Bild des dummen, abgehängten Ossis und vertiefen so den Graben zwischen Ost und West. Das ist beschämend und sollte schleunigst aufhören. Ein Kommentar

Seit einigen Wochen touren ein paar fremde Gestalten durch Sachsen und Brandenburg. Es sind Menschen, die gekommen sind, um über die bevorstehenden Landtagswahlen zu berichten. Sonst fahren sie nicht allzu häufig „in den Osten“, warum auch? Baden-Württemberg und Bayern sind schließlich auch schön. Oder Hessen und Nordrhein-Westfalen. Eigentlich ist so ziemlich alles schöner als die nicht mehr ganz so neuen Bundesländer. Diesen Eindruck erhalten zumindest Leser*innen, die in letzter Zeit zum Beispiel durch den SPIEGEL blätterten.

Oder die ZDF-Doku Am Puls Deutschlands schauten –“abgehängt und abgeschrieben“ sind wir hier. Und mit wir und hier sind immer gleich alle zwischen Rostock und Dresden gemeint. Wir, die Ossis, tragen hässliche Deutschlandhüte und rechts sind wir sowieso auch alle. Naja, bis auf etwa 80 Prozent, aber über die wird kaum berichtet. Warum auch, Neonazis klicken sich schließlich besser. Den meisten deutschen Medien fehlen nicht nur Ostdeutsche in den Redaktionen, sondern auch das Bewusstsein für eine moderne Ostdeutschland-Berichterstattung. Wie man diese Probleme ändern kann, seht ihr im Video.


ze.tt erzählt Geschichten über Ostdeutschland – abseits von Stasi und Neonazis. Mehr dazu findest du auf unserer Themenseite.

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